Einfach nur traurig

30 Juni 2007 at 2:07 pm 5 Kommentare

Manchmal ist das Leben einfach nur ungerecht und traurig. Es gibt Menschen, die wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind und gehen durch die Hölle damit dieser Wunsch in Erfüllung geht. Fehlgeburten sind ja im Prinzip nichts ungewöhnliches, auch ich hatte vor Ida eine Fehlgeburt. Aber meine Freundin wäre beim vierten Versuch der künstlichen Befruchtung fast gestorben und das es Menschen in meiner Umgebung gibt, die an ihrem unerfüllten Kinderwunsch zerbrechen macht mich so unendlich traurig.

So auch meine Schwester. Sie hat schon mehrere Fehlgeburten und eine Eileiterschwangerschaft hinter sich. Nun ist sie im 6. Monat schwanger und bis vor wenigen Wochen haben wir uns alle noch so sehr mit ihr gefreut.

Vor zwei Wochen dann allerdings die schreckliche Diagnose. Herzklappenfehler, Chromosomenstörung, Schädeldeformation, Hände sind nur kleine Klumpen, die Versorgung funktioniert nur über einen Nabelschnurstrang, etc.

Sprich, der kleine Junge ist so stark behindert, daß er vermutlich gar nicht lebensfähig wäre. Die Ärzte haben meiner Schwester möglichst bald zu einer künstlichen Geburtseinleitung geraten, damit der Kleine nach der Geburt möglichst geringe Überlebenschancen hätte. Sie hat eingewilligt und nächste Woche kommt sie in eine Spezialklinik nach Leverkusen. Da sich meine Schwester und mein Schwager so sehr dieses Kind gewünscht haben ist diese Entscheidung wohl eine ihrer Schwersten gewesen.

Ich weiß selbst nicht, wie ich in einer solchen Situation entscheiden würde, es ist einfach nur ein grausamer Gedanke, so etwas durchstehen zu müssen.
Ich stehe schrecklich hilflos daneben und stelle ernüchternd fest, daß das einzige, was ich für sie tun kann, ist, mit ihr darüber zu reden und Urlaub zu nehmen, damit unsere Mutter für sie da sein kann.

Das alles macht mich so traurig!

Entry filed under: Alltag, enttäuscht, traurig.

Darf ich…? Benedikt

5 Kommentare Add your own

  • 1. KollegeD  |  30 Juni 2007 um 8:30 pm

    Es tut mir wirklich sehr Leid für deine Schwester und deinem Schwager. Die Entscheidung der beiden ist nach einer solchen Diagnose aber wirklich richtig, so traurig es auch ist. Auch wenn der Wunsch noch so groß ist, das Kind und damit die Lebenserwartung, Lebensgefühl, Leben überhaubt des Kindes, geht vor. Was hätte das Kind für ein mögliches Leben, so kurz es dann auch wäre, würde dann der Abschied nicht noch schlimmer?
    Ich möchte mir wirklich nicht vorstellen müssen, einmal eine solchen Entscheidung treffen zu müssen.
    Ich wünsche dir die Kraft, dass du mit beiden darüber reden kannst, was bestimmt nicht leicht wird. In den Arm nehmen und gemeinsam weinen hilft auch in solchen Situationen.
    Ist das alles scheiße!
    Nimm Dich in den Arm und drück Dich! Es tut mir für die beiden wirklich sehr Leid.
    Eigentlich ist jedes Wort in einer solchen Situation überflüssig, für Dritte, für mich, aber ich wollte dich ein wenig trösten.
    Sorry!

  • 2. Charlottes Mommy  |  30 Juni 2007 um 8:42 pm

    Solche Geschichten machen einen sprachlos, bestürzt und unendlich traurig. Ich muß gerade sehr mit den Tränen kämpfen.
    Ich wünsche deiner Familie und natürlich vor allem deiner Schwester & ihrem Mann viel Kraft und Liebe.

    Und dich liebe Kathy nehm ich einfach mal virtuell ganz fest in den Arm, da ich weiß wie schwer es als Außenstehender ist einen geliebten Menschen leiden zu sehen.
    Denk an euch!

  • 3. Frau Schwaner  |  30 Juni 2007 um 9:14 pm

    Liebe Kathy,
    ich wünsche deiner Schwester, ihrem Mann/Freund und auch eurer ganzen Familien viel Kraft für die nächste(n) Woche(n) und Monate. Ich will mir nicht vorstellen, ich wäre in solch einer Lage und Menschen, die das hinter sich haben, haben meinen größten Respekt, dass sie nicht vollkommen durchdrehen. Lass dich mal drücken und halt die Öhrchen steif!!!

  • 4. Leanders Mami  |  1 Juli 2007 um 10:50 pm

    Ich wünsche Deiner Schwester und Deinem Schwager sowie Euch als Familie die ganze Kraft, die ihr nun braucht, um diese wirklich schreckliche Situation gemeinsam zu meistern. Dass Du für sie da bist, wird eine große Hilfe sein, auch wenn Du ihr ihren Schmerz nicht nehmen kannst.

    Wenn ich sowas lese, höre etc. dann wird mir immer wieder bewusst, wie dankbar man doch dafür sein muss, ein gesundes, fröhliches Wunschkind haben zu dürfen. Es ist nicht selbstverständlich. Leider!
    Ich denke an Euch.

  • 5. Benedikt « Blog der Kathy  |  3 Juli 2007 um 7:54 pm

    […] 3rd, 2007 by Kathy Es ging dann jetzt alles doch sehr schnell und heute morgen schon ist der kleine Benedikt tod zur Welt gekommen. Er war […]

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