Autosuggestion

26 Juni 2008 at 1:59 pm 5 Kommentare

Zum wiederholten Male ist mir bei Ida aufgefallen, daß sie versucht ihren Denkprozess durch Autosuggestion zu beeinflussen.

Ich finde ihre Vorgehensweise einfach erstaunlich und hätte diese Art der Beeinflussung der Gedanken früher niemals bei einem Kind von gerade zwei Jahren erwartet.

Hier einige Beispiele, die bei ihr zu erfolgreicher Autosuggestion führen:
(wohlgemerkt, das sind keine ihr von mir direkt vorher in den Mund gelegten Floskeln und sie sagt sie zu sich selbst und nicht zu mir)

  • Ich bringe sie in den Kindergarten. Bevor ich sie dort abgesetzt habe, sagt sie mindestens ein dutzend Male: Mama HOLT mich dann ab! Jaaha, die Mama holt mich ab!
  • Gestern bei den Pferden sagte sie immer und immer wieder: Die sind gaaanz lieb. Die tun doch nichts. Die beißen nicht.
  • Kurz bevor es Essen gibt lautet ihre Suggestionsformel: Nein, jetzt wird zu Mittag gegessen, dann gibt´s erst Nachtisch und dann die Gummibärchen.

Es gibt noch viele andere solcher selbsteinredenden, sich immer wiederholenden, verbalen Bekräftigungen. Aber je mehr ich darüber nachdenke, glaube ich, daß es wohl ein völlig normaler Prozess bei Kindern ist, ich finde es trotzdem erstaunlich wie die Kleinen, ohne das es ihnen einer sagt, schon mit solchen Mitteln arbeiten und so Einfluß auf ihr Denken ausüben. Vielleicht gibt es unter Euch jemanden, der mehr Erfahrungen mit Kindern in dem Alter hat als ich und das bestätigen kann.

Ach so, immer klappt es leider auch nicht, denn ihr:
Nein, Mama hat ein Baby im Bauch! Ida muß alleine laufen!
ist leider von sehr geringem Erfolg gekrönt. 🙂

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Entry filed under: Alltag, erstes mal..., Fräulein Ida.

Aufgepasst Valentin und seine Freunde

5 Kommentare Add your own

  • 1. tonni  |  26 Juni 2008 um 10:53 pm

    hört sich total toll an. dass sie für sich ihre sicherheiten erkennt, durchdenkt, sich selbst kleine rituale verdeutlicht und so klar verbalisiert. und definitv find ich sie da mächtig weit.

  • 2. Moritz Mama  |  26 Juni 2008 um 11:15 pm

    Da sieht man mal wieder das Erziehung irgendwann doch mal „Früchte trägt“ und man nicht umsonst den ganzen Tag wie ein alter Leierkasten umsonst alles gefühlte 1000mal runterleiert. 😉

    Irgendwas bleibt also doch zwischen den Ohren haften…beruhigt doch irgendwie – oder?

  • 3. Micha  |  27 Juni 2008 um 10:04 am

    Witzig! :mrgreen: Da bin ich ja mal auf Hannah gespannt, wenn sie mal den 2. Geburtstag hinter sich gelassen hat. Von den Kleinen kann man vielleicht auch noch was lernen… 😉

  • 4. giftzwerg  |  2 Juli 2008 um 6:20 pm

    o_O Das macht sie schon? Kaum zu glauben, dass der Krümel das in anderthalb Jahren auch machen könnte…

    Erstaunlich! Und wieder einmal bezweifle ich stark, dass Chimpansen auf de Stand eines 3-jährigen Kindes sein sollen… Nie und nimmer. Oder aber Ida ist richtig weit voraus!?

  • 5. Franz Josef Neffe  |  7 Juli 2008 um 10:40 pm

    An Kindern kann man besonders gut beobachten – wenn man beobachten kann – dass der Mensch nicht nicht Autosuggestion betreiben kann. Oder, wie Paul Watzlawick formulierte: Der Mensch kann nicht nicht denken. Und Denken hat immer eine suggestive und autosuggestive Wirkung.
    Kinder denken noch überwiegend als LEBEwesen, das heißt, sie öußern einfach auch die Grundprogramme des Lebens, die in ihnen angelegt sind.
    Wenn ich nun unsere ErZIEHung beobachte, die de facto fast immer ErDRÜCKung ist und künstlich in die Lebensgrundprogramme eingreift, ohne i.d.R. auch nur einen blassen Schimmer davon zu haben, was sie da SUGGESTIV bewirkt, wird die Gefährlichkeit der menschlichen Einwirkungen auf einander deutlich.
    KÜNSTLICHE und, noch schlimmer, KÜNSTLICH PERFEKTIONIERTE Pädagogik wird zwar schrittweise aber unaufhaltsam immer mehr lebensgefährlich.
    Die Lösung dieses lebensgefährlichen Problems können wir nicht von Professoren und Papier lernen; der mit großem Abstand beste Lehrmeister um das Leben und den suggestiv wirksamen Umgang damit zu lernen ist ein kleines, noch nicht beschultes Kind. Auf dieser Basis ruht das Konzept der Ich-kann-Schule mit dem Lebensschlüssel Autosuggestion.
    Es geht um viel, viel mehr als eine Technik wiederholt aufgesagter Worte; es geht um alles, es geht ums Leben bei der Autosuggestion. Dazu wünsche ich guten Erfolg.
    Franz Josef Neffe

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