Die Liebe zu seinen Kindern

16 Dezember 2008 at 9:21 pm 14 Kommentare

Meine Kinder. So unterschiedlich, unterschiedlicher geht´s eigentlich nicht.

Da ist das Fräulein Ida. Sie ist charakteristisch mein absolutes Ebenbild und hält mir täglich den Spiegel vor. Vom ersten Tag an überaus lebendig, hektisch, fordernd, launisch, irgendwie anstrengend. Obwohl ich mir nicht übermäßig nervös oder unbedarft vorkam, sagten mir alle, was ich zu tun und zu lassen hatte. Es klappte einfach nichts so wie ich es mir im Vorfeld gedacht hatte. Die Brust gab es, unter Horrorbedingungen für mich, bis zum vierten Monat. Das Kind hatte Koliken vom Feinsten, war eigentlich ständig am Schreien und beruhigte sich selbst auf dem Arm nur schlecht. Ich wollte mich von Anfang an nicht besonders einschränken lassen, andere nahmen ihre kleinen Baby´s schließlich auch überall hin mit. Ida konnte man von Anfang an irgendwie nirgends mitnehmen. Sie mochte weder Autofahrten, noch im Einkaufswagen sitzen, noch irgendwelche Besuche bei Freunden und Verwandten. Sie schrie halt einfach und ich fand es einfach immer irre stressig und nervenaufreibend mit ihr.  So ist das irgendwie bis heute. Und in gewisser Weise wird das wohl auch immer so bleiben.
Ich habe bis vor kurzem immer geglaubt, daß es eigentlich nur an mir liegen konnte. Ich dachte ich war einfach nicht ruhig und gelassen genug und das hat sich halt auf mein Kind übertragen. Aber jetzt, da ich bei Nummer Zwei eigentlich nichts anders gemacht habe, weiß ich, daß es nicht so ist.

Denn da gibt es jetzt einen Herrn Tünnes. Er kommt langsam und ruhig daher. Nicht, daß er nicht auf seine Art irgendwie auch aufmerksam und quierlich erscheint, er ist halt einfach ein zufriedenes und freundliches Kerlchen. Im Gegensatz zu seiner Schwester ein absolutes Ebenbild von seinem Vater.
Ich könnte schreiben, daß er von Geburt an das ausgeglichendste Baby ist, welches ich je gesehen habe. Ich könnte sagen, daß es zwei, vielleicht drei Situationen gab, in der er sich nicht auf Anhieb von mir auf dem Arm beruhigen ließ. Ich könnte sagen, daß er in der Regel Nachts von 23.00 Uhr bis Morgens 05.00 Uhr schläft und tagsüber stundenlang zufrieden auf seiner Decke liegt und die schönsten Geräusche von sich gibt. Ich könnte auch sagen, daß er einmal rund um den Kopf grinst, sobald man in sein Sichtfeld tritt. Ich könnte sagen, daß Herr Tünnes ein absoluter Traum von einem Baby ist. Er macht es einem wirklich ungemein schwer ihn nicht direkt ins Herz zu schließen.

Meine Kinder, so unterschiedlich wie nur etwas und trotzdem haben sie eines gemeinsam. Sie sind die einzigen beiden Menschen in meinem Leben, für die ich vom ersten Augenblick des Aufeinandertreffens eine so unsagbar große Liebe empfinde, wie man sie für keinen anderen Menschen in der Welt empfinden kann.
Die Liebe zu seinen Kindern halt.

Entry filed under: Alltag, Fräulein Ida, glücklich, Herr Tünnes, liebeserklärung, Mommy.

Auf ihn mit Gebrüll Heute schon

14 Kommentare Add your own

  • 1. tonni  |  16 Dezember 2008 um 9:39 pm

    Hach, Kathy, Knieperalarm….

  • 2. Frau Kathy  |  16 Dezember 2008 um 9:53 pm

    ich bin schon sehr gespannt, was euch da bald erwartet. 😉

  • 3. soulsilence  |  16 Dezember 2008 um 10:02 pm

    Hach…. *seufz* Das hast Du sehr schön geschrieben.

  • 4. partikelfg  |  17 Dezember 2008 um 9:55 am

    Schön… Da muss ich mir mal schnell eine Träne aus dem Augenwinkel wischen. Ja, es ist schon Wahnsinn wie unterschiedlich die Minis sein können.

  • 5. Micha  |  17 Dezember 2008 um 10:09 am

    Hach, ist es nicht auch schön, dass Kinder die Menschen so unterschiedlich sind? Wäre doch schlimm, wenn alle gleich wären! :mrgreen: Insofern ist es auch wunderschön Deinen Beitrag zu lesen. Scheint doch eine ausgeglichene, kleine Familie zu sein, die Ihr da habt, oder? 😉 Und last but not least darf man nicht vergessen: Verschiedene Phasen und Einflüsse verändern die Menschen, wenn auch nicht grundsätzlich, aber doch hier und da. Das ist das Leben… und das ist auch gut so! 🙂

  • 6. schnuten  |  17 Dezember 2008 um 10:41 am

    ja… ähnliche unterschiede konnte ich bei meinen beiden auch feststellen. komisch, denn irgendwie hatte ich gedacht, dass es bei 2 jungs nicht soooo große Unterschiede gibt. so kann man sich täuschen.

  • 7. Ivonne  |  17 Dezember 2008 um 12:54 pm

    Hallo,
    lese seit einiger Zeit sehr interessiert Deinen Blog und fand es sehr schön was Du heute geschrieben hast und lässt mich aufatmen. Ich habe auch einen Sohn der jetzt 6 Monate alt ist und ich sag Dir die ersten drei Monate war er echt ein richtiges Schreibaby. Und Hebamme etc. haben mir eingeredet das ich schuld bin an der Situation. Da bin ich ja guter Hoffnung das beim zweiten es anderes werden kann( obwohl ich mir ein zweites unmöglich vorstellen kann da der kleine bis heute noch sehr anstrengend ist so ähnlich wie Deine kleine Maus)
    Ja hoffe sehr das Du lange so schön weiter schreibst, freue mich sehr über Euch was zu lesen.
    Dann unbekannterweise liebe Grüße
    Ivonne

  • 8. Frau Kathy  |  17 Dezember 2008 um 1:46 pm

    also ich kann dir sagen, daß ich mir lange lange zeit kein zweites kind neben ida vorstellen konnte, eben weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich das nervlich durchstehen sollte. 🙂
    aber selbst wenn lutz jetzt genauso anstrengend wäre, wie ida damals, irgendwie würde es auch gehen.
    und ein bisschen besser wird es ja auch, jeden tag ein stückchen mehr.
    irgendwann macht es klick, und dann denkst du, och, ja vielleicht ein zweites, und am nächsten tag ist es schon zu einem festen wunsch geworden, wirst es sehen. aber noch hast du ja auch noch viel zeit. lass krümel nummer eins erst mal ein bisschen älter werden.
    alles gute!!
    kathy

  • 9. Doreen  |  17 Dezember 2008 um 2:54 pm

    Hach…ich bin zu Tränen gerührt…Hab ja selbst 2 Kinder (beides Mädchen) und ich verstehe dich sowas von…
    *Tränen wegwisch und Geschenke für die Zwerge einpacken geh*

    Alles Gute weiterhin

  • 10. agichan  |  17 Dezember 2008 um 10:41 pm

    Hach ja.

  • 11. schussel  |  18 Dezember 2008 um 8:11 am

    Schön beschrieben. Und wenn ich das so lese, dann hoffe ich, dass unser Knirps nach meinem Allerbesten kommt und nicht nach mir – der ist nämlich ruhig, zufrieden, ausgeglichen, ich dagegen bin irgendwie immer hibbelig und sprunghaft und war als Kind wohl nicht immer die reinste Freude (ich werde eher so wie Ida beschrieben).

  • 12. Leanders Mami  |  19 Dezember 2008 um 11:34 am

    Wo sind meine Taschentücher?

  • 13. mone  |  19 Dezember 2008 um 10:49 pm

    huhu!

    bin grade durch zufall hier gelandet (dein blog war ein tip in meinem feedreader)

    und hatte so viel spaß beim lesen deiner letzten beiträge, das ich nicht ohne einen lieben gruß gehen wollte.

    unser sohnmann ist so ein bischen von beidem
    auf der einen seite kann man ihn super mitnehmen, er ist ruhig und ausgeglichen.
    aber im nächsten moment wird gezappelt, gemeckert, geweint.
    oft wegen dingen, die eigentlich kein grund sind (wie in deinem beitrag mit dem seil, da du „falsch“ in der hand hattest, so situationen gibts hier auch oft)

    aber alles im allem will man die kleinen doch niiiiieeee wieder missen, auch wenn sie uns teilweise den letzten nerv kosten.

    liebe grüße mone

  • 14. Frau Kathy  |  21 Dezember 2008 um 7:50 pm

    oh, ich habe schon öfter diese empfehlungen gesehen, aber das mein blog da auch erscheinen könnte, hätte ich ja nicht gedacht…

    vielen dank für die lieben grüße und schöne feiertage!!

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