Raff ich nicht

19 Februar 2009 at 7:03 pm 13 Kommentare

Wie? Du hast Bekanntschaften aus dem Internet? Also das machen doch nur Leute, die keine Freunde im „richtigen“ Leben haben.

So gesagt bekommen von einer ehemaligen Schulfreundin, die ich alle paar Monate mal treffe. Diese Aussage hat mich irgendwie nachdenklich gemacht.

Es ist jetzt nicht so, daß ich keine Freunde außerhalb des Internets habe. Gut, ich gebe zu, Freundschaft kann man auf verschiedene Weise definieren und wenn ich von einer wirklich wahren Freundschaft  spreche gibt es da wohl tatsächlich nur ein paar wenige,  die ich darunter zählen würde.

Den ganzen Tag frage ich mich schon, warum blogge ich eigentlich, warum suche ich auf diese Art und Weise Kontakt mit Menschen, die ich zuvor noch nie gesehen oder gesprochen habe.

Ich glaube ich habe für mich die Antwort gefunden. Ich bin ein Mensch, der nicht sehr schnell tiefgehende Freundschaften schließt. Ich bin schon auch kontaktfreudig und aufgeschlossen, aber bis ich eine richtige wahre Freundschaft aufgebaut habe, dauert es doch ziemlich lang.

Aber ich bin auch ein Mensch, der bei neuen Bekanntschaften nicht gleich Desinteresse bekundet und ich finde es tierisch anstrengend, jemanden nicht vor den Kopf zu stoßen, den man zwar sehr nett findet, aber mit dem man nicht unbedingt mehr Kontakt wünscht und dieses dann auch noch auf eine freundliche Art herüberzubringen.

Hier ist es anders. Hier kann ich jemanden „klammheimlich“ erst einmal beschnuppern bevor ich anfange mit Kommentaren langsam Kontakt aufzunehmen. Ich erspare mir hier quasi das, was ich in der realen Welt als sehr anstrengend und zeitaufraubend empfinde. Zudem gibt man beim Bloggen ganz andere Dinge preis, als man das im realen Leben tut. Ich bin mir sicher, daß ich viele Blogger die ich nie gesehen habe, besser kenne als den Nachbarn von nebenan.

Aber ich konnte sie irgendwie auch verstehen, als sie sagte:
Irgendwie raff ich das Ganze nicht so mit diesem Bloggen…

Denn so richtig wirklich gut erklären kann ich es nämlich auch nicht.

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Speckbacke Piratenbraut II

13 Kommentare Add your own

  • 1. mama schwaner  |  19 Februar 2009 um 7:30 pm

    ich glaube das kann man auch einem nicht-blogger gar nicht erklären. das muss man „erleben“ und dann kann man sagen gut oder schlecht. oder zumindest gefällt mir oder gefällt mir nicht. aber so ist es ja eigentlich mit allem im leben…

    und manchmal fällt mir bei so sätzen auch ein, dass es vielleicht sogar ganz gut ist, dass nicht alle leute das bloggen raffen 😉

  • 2. June  |  19 Februar 2009 um 8:42 pm

    seh ich ganz genau wie mama schwaner!
    und wenn man dann noch erzählt, dass man den liebsten übers internet kennengelernt hat, dann rollen viele mit den augen.
    wir sind halt modern, wir bloggen weils spass macht und weil es – wie mama schwaner schreibt- auch nicht jeder rafft 😉

  • 3. agichan  |  19 Februar 2009 um 9:28 pm

    jaaaaaaaaaa, dito.
    Ich werde auch seltsam angeschaut, wenn ich erzähle, dass der Gatte und ich uns übers Netz kennengelernt haben. Ganz klassisch. Über so eine Kontaktbörse, jawoll. „Da gibts auch normale Leute?“ hör ich dann oft. Ähm ja. Auch im Netz gibts Normale. 🙂 Oder wie heisst es so schön? Man muss nicht verrückt sein um zu bloggen – aber es hilft.

  • 4. wortteufel  |  19 Februar 2009 um 9:55 pm

    Jetzt überlege ich mir ein klitzekleines bisschen, warum Frau Kathy bei mir nicht so oft kommentiert 😉

    Aber ich hab ja Kuchen bekommen…

  • 5. wortteufel  |  19 Februar 2009 um 9:56 pm

    PS: Ja, Internetbekanntschaften verstehen nur diejenigen, die es kennen. Und für die ist es ein Medium, wie das Café nebenan. Für die anderen eben nicht. Aber ich kann ja auch mit Karnevalsvereinen zum Beispiel nichts anfangen… Jedem also sein Revier.

  • 6. feuervogel  |  20 Februar 2009 um 10:08 am

    Recht hat sie die Frau Schwaner. Ich hab grad eine Freundin zum Bloggen „verführt“, die leckt grad Blut und versteht mich jetzt endlich. Bloggen ist toll. Aber erklären warum, kann man das nicht. Liebe Grüße … ;o)

  • 7. CH5771  |  20 Februar 2009 um 10:20 am

    Ja, das liebe Internet….

    Eine kleine Begebenheit zeigt auf, dass man das ganze ganz einfach begreifflich machen kann.

    Vorgeschichte: Auch ich habe meinen Engel über das Internet kennengelernt und haben von einigen Personen zu hören bekommen: „Über das Internet? Da Lügen doch eh alle nur und stellen sich besser dar als sie sind. Wer weiss, an wen du da gerätst.“ Mir kam dabei der Gedanke: „Und? Wieviele der Leute, die du in real kennengelernt hast, haben sich besser dargestellt und gelogen?“

    Wir waren zu Besuch bein einem älteren Ehepaar (um die 80 Jahre alt und seit vielen Jahren verheiratet). Dort kam das Thema natürlich auch darauf zu sprechen, wie mein Engel und ich uns kennengelernt haben. Mein erster Gedanke war: „Jetzt kommt gleich wieder eine Aussage die von Unverständnis geprägt ist.“ (Ich hätte in dem Moment wohl die Augen verdrehen können)

    Aber was kam als Antwort?

    „Ach über das Internet? Ich habe meinen Mann damals über Briefe kennengelernt. Wir haben uns nur geschrieben und kannten uns nur von einem Photo. Danach haben wir dann telefoniert. Und wir wussten, als wir uns das erste mal trafen, dass wir zusammen gehören. Emails und Chatten sind da ja auch nicht anders.“

    Hallo? Diese alte Frau hat es sowas von auf den Punkt gebracht! Wieviele Personen haben denn früher Brieffreundschaften gepflegt? Bei wie Vielen ist daraus mehr geworden?

    Was ist an einem Brief anders als an einer Email? Doch nur dass ich kein Porto zahle und das es schneller und zuverlässiger zugestellt wird.

    Und bloggen? Wie Viele Personen schreiben in der Lokalzeitung Kolumnen oder schicken Leserbriefe? Wieviele lesen diese Texte? Warum schreiben / lesen diese Personen das?

    Ist ein Blog etwas anderes als die Tageszeitung oder das Klatschblatt, das die Person, die mit Unverständnis auf einen Blogger reagiert, sich jeden Tag nach Hause schicken lässt?

    Die Person, die meint: „Bloggen? Wie kann man nur!“, sollte sich mal fragen, ob sie schon jemals die Nachrichten unter dem Gesichtspunkt angeschaut hat, dass da auch nur irgendwer meint Themen berichten zu müssen, die wahrscheinlich eine gewisse Zuschauergruppe interessieren.

    Ich betreibe mehrere Blogs, ein offizieles, ein privates und ein persönliches, dass nur eingeladenen Personen zugänglich ist. So kann ich meine Meinung äussern und sie einer Leserschaft zukommen lassen, von der ich glaube, dass sie sich für meine Themen interessieren.

    Ich glaube der Vergleich mit Tageszeitung, Brief und Nachrichten im Fernsehen ist sehr hilfreich dafür zu sorgen, dass Aussenstehende begreifen / akzeptieren / tolerieren können, dass wir hier nicht wirklich was anderes machen 🙂

  • 8. Frau Kathy  |  20 Februar 2009 um 1:21 pm

    @wortteufel
    oh, du meinst den halb verbrannten? und du vergißt die nicht ganz durchgebackene quiche. 😉
    aber mal im ernst, du weißt doch, daß ich dich liebe. und das mit den kommentaren wird wieder besser, sobald hier alles unter einem meter abends um 20.00 uhr ins bett geht. versprochen!!!!
    (und lesen tu ich immer, auch wenn es vielleicht manchmal erst ein bis zwei tage später ist.)

    @frau feuervogel
    hm, ich konnte von meinen freunden noch keinen zum bloggen animieren, leider. von einigen würde ich gerne mal etwas öfter was „hören“.

    @ch5771
    du bist mittlerweile einer von einem dutzend personen, von denen ich weiß, daß er/sie seine(n) partner/in über das internet kennengelernt hat.
    ich glaube es ist so, daß es direkter, unverblümter zugeht. man kommt auf den punkt, ohne sich „schön“ reden zu wollen. warum auch, denn der oder die andere kennt einen ja nur vom lesen her. und wenn es in die hose geht, hat man ja nichts verloren.
    für meinen teil hat das thema „bloggen“ noch lange nicht den reiz verloren, ich kann hier nur etwas gewinnen. freundschaftlichkeit, herzlichkeit, anteilnahme, usw. usf.

  • 9. Lisa  |  20 Februar 2009 um 3:22 pm

    Liebe Kathy, das kann ich gänzlich unterschreiben. So ist es einfach! Und nicht anders.

  • 10. Angel Herz  |  20 Februar 2009 um 4:25 pm

    Liebe Kathy,

    wie Du vielleicht schon festgestellt hast, bin ich der Engel, von dem CH5771 spricht. Ja, und wir mussten uns ne Menge blöde Kommentare anhören, wenn wir unsere Geschichte erzählt haben. Zum Glück ist es mittlerweile so, dass es auch eine ganze Menge an Leuten gibt, die unsere Geschichte absolut spannend finden.
    Und was das Bloggen angeht, so bin ich auch auf den Geschmack gekommen. Ich habe zwar keine so lustige Art zu schreiben wie so manch anderer, aber ich finde es eine schöne Möglichkeit, meine Gedanken aufzuschreiben und zu wissen, dass es so manch einen gibt, den sie interessieren.
    Früher habe ich Tagebuch geschrieben und fand es im Nachhinein ziemlich öde. Das Bloggen ist doch letztendlich nichts anderes als Tagebuch schreiben, nur eben öffentlich, wenn man das möchte.
    Tja, und es gibt immer Menschen, die es nicht verstehen und man kann es nun mal auch nicht allen Recht machen.
    LG Angel Herz

  • 11. Frau Kathy  |  20 Februar 2009 um 6:11 pm

    ja, ich habe es vorhin auf der online seite gesehen, bzw. beim durchsehen der blogroll geschlußfolgert. 😉
    ich finde es toll, wenn sich zwei menschen die zusammengehören finden, auf welche art das geschieht ist doch letztenendes völlig egal.

  • 12. wortteufel  |  20 Februar 2009 um 9:58 pm

    Ach, Kathy, an meine Brust. Oder Deine. Oder Soulis (da bin ich am liebsten…)

    Verbrannt? Der war nicht verbrannt. 8)

  • 13. stadtfrau  |  22 Februar 2009 um 12:22 pm

    du sprichst mir aus der seele: „Ich bin ein Mensch, der nicht sehr schnell tiefgehende Freundschaften schließt. Ich bin schon auch kontaktfreudig und aufgeschlossen, aber bis ich eine richtige wahre Freundschaft aufgebaut habe, dauert es doch ziemlich lang.
    Aber ich bin auch ein Mensch, der bei neuen Bekanntschaften nicht gleich Desinteresse bekundet und ich finde es tierisch anstrengend, jemanden nicht vor den Kopf zu stoßen, den man zwar sehr nett findet, aber mit dem man nicht unbedingt mehr Kontakt wünscht und dieses dann auch noch auf eine freundliche Art herüberzubringen.“

    mir fällt es im real life auch oft schwer eine für mich gute balance aus nähe und distanz herzustellen. oft merke ich mittendrin, dass ich zu abweisend rüberkomme oder mehr nähe zulasse als ich eigentlich vertrage.
    ich hab das bis jetzt nie mit dem bloggen in zusammenhang gebracht, aber du hast vielleicht recht, dass das ein grund dafür ist.

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