Archive for September, 2009

J.

Normal bin ich ja nicht wirklich so schnell aus der Fassung zu bringen. Das heißt, zumindest kann ich mich immer sehr gut zurücknehmen und ich äußere mich nicht sehr schnell bei Dingen, die mich eigentlich nichts angehen.

Der Mann meiner zweitältesten Schwester und ich, daß funktioniert irgendwie nicht so richtig. Für meinen Geschmack ist er einfach zu extrem, extrem in jeglicher Hinsicht. Er ist der Tollste, der Beste, er hat immer Recht, er ist in Sekunden auf 180 und vom vernünftigen Umgang mit Menschen hat er scheinbar noch nie etwas gehört.

Aus erster Ehe hat er eine Tochter (15 Jahre) und mit meiner Schwester hat er jetzt zwei Kinder. Seine erste Tochter (J.) ist seit der Scheidung mit seiner Ex-Frau ständig hin- und hergerissen worden. Erst bei seiner Ex-Frau, dann bei ihm und meiner Schwester, dann wieder lange bei seiner Ex-Frau und nun, nach ihrer erneuten Scheidung mit einem weiteren Mann ist sie jetzt seit ein paar Monaten wieder bei meiner Schwester und meinem Schwager.

Heute auf der Hochzeit meiner anderen Schwester saß J. mit dem jüngsten Kind der Familie (11 Monate) auf dem Schoß und alberte mit ihm herum. Dabei stoß der Kleine versehentlich an die Tischkante und fing natürlich an zu Weinen. Wie von der Tarantel gestochen sprang mein Schwager auf und fuhr sie an, wie sie nur so „blöd“ sein könnte und ob sie nicht vernünftig auf ihn aufpassen könnte. Er nahm ihn an sich und tröstete ihn, während J. verständlicherweise in Tränen ausbrach. Dieses Mädchen ist 15 Jahre alt, muß ständig die Verantwortung für ihre kleinen Stiefgeschwister übernehmen und bekommt dafür nur ständig irgendwelche Vorhaltungen zu hören.

Ich sagte ja bereits, mein Schwager ist extrem. Denn leider gab ein Wort das andere und schon wenige Sätze später hieß es, sie könne gleich morgen ihre Koffer packen und ausziehen!!!!

Mir fiel die Kinnlade runter. Wie kann man seiner Tochter so etwas sagen, noch dazu, wo sie die ganze Jugend eigentlich nur hin- und hergeschubst wurde und irgendwie nie richtig zu irgendeiner Familie zu gehören schien.

Sofort ergriff ich das Wort und habe entsetzt meine Meinung kundgetan. Am liebsten wäre ich aufgestanden und hätte ihm eine gescheuert. Mehr ging leider in dieser Situation nicht.

J. tut mir so unendlich leid, ich bin in einer großartigen Familie groß geworden und kann mir einfach nicht vorstellen, wie es sich anfühlen muß weder bei seiner Mutter noch bei seinem Vater eine Familie zu finden.

Ich bin immer noch total schockiert und weiß nicht so recht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Ich habe das Thema angesichts der standesamtlichen Hochzeit meiner älteren Schwester auf sich beruhen lassen, jedoch würde ich das Thema gerne noch einmal ansprechen, auch wenn ich weiß, daß man mit meinem Schwager absolut nicht diskutieren kann.

Selbst heute hat er die Verletzung, die er seiner Tochter zugefügt hat, überhaupt nicht als solche gesehen, er hat sich selbst als Opfer gefühlt, er wäre immer der Buhmann und alle würden immer auf ihm herumhacken. Er war schon drauf und dran mit dem Taxi nach Hause zu fahren.

Wie kann man einem solchen Menschen eigentlich noch helfen???

Für J. wünsche ich mir von Herzen, daß sie es schafft sich trotz ihrer „verkorksten“ Jugend ein glückliches Leben aufzubauen, hoffentlich dann mit einer eigenen, richtigen Familie!!

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26 September 2009 at 10:58 pm 15 Kommentare

Standesamtlich

Vor zwei Wochen war der JGA und heute dann die standesamtliche Hochzeit meiner großen Schwester.

Ein traumhaftes Wetterchen gab´s in Münster und nachdem wir den Massenandrang und die Tränchendrückerei beim Standesamt hinter uns gelassen hatten, hatten wir einen wirklich wunderschönen Nachmittag und Abend in einem nahegelegenen Wirtshaus.

Leider kann ich keine schönen Brautbilder liefern, da unsere Kamera noch auf der Feier geblieben ist und seinen Weg hoffentlich mit dem Opa wieder nach Hause finden wird.

Und nachdem ich, ähnlich wie Frau June, schon eine Outfitumfrage starten wollte, hab ich mich dann aber aus Zeitgründen doch selbst entschieden (und leider vier andere wunderschöne Kleider wieder nach Hause schicken müssen) und kann hier lediglich ein paar schnelle Schnappschüsse vom Handy präsentieren. Verwackelt und mit offenen Schuhen.

Ein bisschen hab ich mich schon darin verliebt, hat nicht jemand demnächst was Nettes zu Feiern? Ich würde es gerne bald mal wieder anziehen. 😉

26 September 2009 at 9:47 pm 7 Kommentare

Des Fräulein´s Weisheiten

Fräulein Ida sagt:

Hinweg ist wenn man hin fährt und Ausweg ist, wenn man weg fährt.

26 September 2009 at 9:45 pm 1 Kommentar

Bäh

Kleinkinder mögen es ja sehr Dinge fallen zu lassen und ihnen hinterher zu schauen.

Herr Tünnes ist da keine Ausnahme, er sitzt im Hochstuhl streckt die Hand aus und läßt alles, was man ihm in die Hand gedrückt hat (um ihn zum länger Sitzen bleiben zu animieren), fallen und schaut lächelnd hinterher.

Im Buggy das gleiche Spiel. Jedesmal. Meist sind es ja nicht die allerwichtigsten Dinge die man dabei verliert, denn meinen Schlüssel bekommt er ja schon nicht mehr…

Worauf ich aber bitte jetzt echt keinen Bock mehr habe ist, daß er den Klodeckel öffnet um jegliches Spielzeug dort hinein zu werfen.

Heute saß das Fräulein auch noch drauf und so kam es für mich im wahrsten Sinne beim rausholen ziemlich Dicke. E.ke.lig!!!!!

Und da kommt bei den Kollegen doch immer mal wieder dieses Ereignis auf den Tisch. Phö. Lächerlich.

25 September 2009 at 8:11 pm 2 Kommentare

Des Nachts

Wenn hier einer für die nächtliche Ruhestörung zuständig ist, dann ist es das Fräulein, denn in Herrn Tünnes Zimmer bin ich Nachts nicht mehr gewesen seitdem er durchschläft.

Es gab Nächte, da kam das Fräulein bis zu 30 Mal in unser Schlafzimmer. Immer die gleiche Prozedur.

Rums, das Fräulein ist aus dem Bett gesprungen. Bambambam, das Fräulein läuft zur Zimmertür. Klackklack, sie öffnet ihre Tür. Krawumm, unsere Tür knallt gegen die Zimmerwand. Bambambam sie kommt ins Schlafzimmer gerannt und kitzelkitzelkitzel vom Fußende her in mein Bett gekrabbelt.

Egal wie müde ich war und wie gern ich sie doch oft einfach hätte liegen lassen wollen, ich habe sie immer wieder zurück ins Bett getragen, denn zu groß war die Angst, daß sie sich das bei uns Schlafen angwöhnt.

Naja, mittlerweile sind es höchstens zwei oder drei Nächte in der Woche, wo sie ein bis zweimal rüberkommt, aber im Normalfall immer mit dem entsprechendem Geräuschpegel, bei dem ich schon sofort wach bin, wenn sie nur ihren Fuß aus ihrem Bettchen setzt. Gestern Nacht war anders.

Ich hab seit Monaten Probleme beim Einschlafen und so lag ich um Mitternacht im Bett und grübelte über Dies und Das, als ich das Fräulein nebenan aufstehen hörte. Aber es war nicht das gewöhnliche Geräusch, ich merkte sofort, daß es besonders leise war. Auch ihre Schritte bis zur Zimmertür konnte ich nur hören, weil ich noch nicht schlief. Die Tür wurde äußerst leise geöffnet und als sie so vorsichtig und leise wie möglich in mein Bett krabbelte mußte ich schon fast anfangen laut loszulachen. Ich tat aber denoch so, als wäre ich gerade erst wach geworden und brachte sie wie üblich einfach wieder in ihr Bett.

Als ich sie heute Morgen dann auf die ungwöhnlich nächtliche Wanderung ansprach sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln:

Ich wollte, daß du dieses Mal nichts bemerkst.

Oh was freu ich mich auf die nächsten Nächte. 🙄

25 September 2009 at 12:02 pm 2 Kommentare

Laub

Bei Facebook werden schon virtuelle Schneebälle geworfen, so weit sind wir hier aber noch lange nicht. 😉

DSC07801

Hier gibt es täglich lange Spaziergänge und man höre und staune, seitdem das Fräulein mit dem Kindergarten zum Friedhof am anderen Ende des Ortes gegangen ist, ist sie unter die Spaziergänger bzw. O-Ton „Wanderer“ gegangen, das Laufrad bleibt stehen und sie darf dafür den Weg vorgeben.

Ich find´s toll, denn nun wird an schönen Stellen verweilt anstatt einfach dran vorbeigefahren.

24 September 2009 at 9:12 pm 3 Kommentare

Quak

Sag ich doch.

DSC07798

22 September 2009 at 11:40 am Hinterlasse einen Kommentar

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