Kraxelhannes

19 Oktober 2009 at 9:29 pm 6 Kommentare

Schon seit Wochen kann man den jüngsten Klopskopp des Hauses wirklich keine Sekunde aus den Augen lassen.

Jede Treppe, jede Leiter, jeder auch noch so kleinste Vorsprung wird genutzt um darauf wie wild herumzuklettern. Denn das Ziel ist klar. Hoch! Dahin, wo all die Dinge liegen, die man gerne hätte, aber nicht haben darf.

Herr Tünnes ist übersäht mit blauen Flecken. Am Kopf und an den Beinen ist es am Schlimmsten. Jedes Mal wenn mich jemand fragt, wo er denn die heftigen blauen Flecken her hat, bekomme ich ein schlechtes Gewissen nicht vernünftig auf ihn Acht gegeben zu haben. Nachdem ich mir nach einem etwas größeren Sturz einmal heftig Vorwürfe gemacht habe, weiß ich aber mittlerweile, daß es einfach unmöglich ist, ihn vor sämtlichen Stürzen zu bewahren. Selbst wenn ich direkt hinter ihm stehe kann es passieren, daß er mir unglücklich durch die Finger rutscht.

Das Fräulein war da ganz anders. Sie war langsam und vorsichtig. Man konnte sie ohne Treppensicherung hoch und runter lassen, ohne Angst zu haben, daß sie gleich die ganze Treppe heruntersegelt wenn man nicht hinter ihr stand. (Herr Tünnes macht sich starr wie ein Brett und rutscht einfach auf dem Bauch von oben bis nach unten in einer Tour hinunter)

Das Fräulein Ida hatte sich schnell damit abgefunden, wenn ein Schrank mit einem Schloss versiegelt war. Zu war halt zu. Herr Tünnes reißt und zerrt daran herum, bis er es tatsächlich offen hat. Und auch wenn man dann meint, och, mit den Dingen kann er ja eigentlich keinen Quatsch machen, Herr Tünnes belehrt uns eines Besseren.

Und wie der kleine Mann seine Wut zum Ausdruck bringen kann. Zu schön!

Da steht er im übrigen eimal seiner großen Schwester in nichts nach. Irgendwann zerspringen hier noch einmal unsere Scheiben. 🙄

Jemand zufällig auch so ein Exemplar zu Hause, der mir vielleicht erzählen mag, daß durchaus noch die Möglichkeit besteht, daß er sich zu einem ruhigen und ausgeglichenen Jungen entwickelt?

Entry filed under: Alltag, glücklich, Herr Tünnes, liebeserklärung, Mommy, nervig.

Im Briefkasten Seltsam

6 Kommentare Add your own

  • 1. pampashase  |  20 Oktober 2009 um 4:22 am

    *seufz …das kenn ich, solche Fotos hab ich zur Genüge.

    Talina stehend und grinsend…auf dem Casettenrecorder.
    Talina sitzend auf meinem Schreibtisch, die Füße baumelnd in der Luft (da wird mir jetzt noch ganz übel, sie ist auf einem DREHstuhl hochgeklettert)
    Talina krabbelnd auf dem Esstisch, weil sie an das Getränk ihrer Schwester wollte, die über diese Dreistigkeit sooo verwundert war, dass sie sich noch nicht mal gewehrt hat :mrgreen:
    (das war nur ein „klitzekleiner“ Auszug!)

    Talina, auch gerne von uns „Kamikaze-Joe“ genannt, ist jetzt neun Jahre alt. Sie ist immer noch seeehr aktiv. Da nimmt man schon mal einen Meter Anlauf, um sich auf ein Sofa zu legen. Oder rollt irgendwo auf dem Boden rum. Da hängt man auch mal in der Luft, mit allen vieren am Arm vom großen Bruder (wie ein kleiner Affe) und schreit „Ich hab ihn, ich hab ihn“ 😆

    Heute hatte sie anscheinend zu wenig Bewegung…da wurde dann Musik angemacht und wild getanzt und gesungen 🙂

    Mein Tipp: Die Bewegungen unter Kontrolle üben. So viel wie möglich klettern üben, viel turnen…damit im Notfall die Wendigkeit da ist, sich gut abzurollen 🙂 Sie machen es ja sowieso und dann ist es sicherer sie können es. Ich muss teilweise heute noch wegsehen, um sie nicht ständig auszubremsen, ich kann das einfach nicht sehen, da geht meine Phantasie mit mir durch. Ich bin, wie meine beiden anderen Kinder, eher von der vorsichtigen Sorte.

    Aber was ich wirklich gut finde ist das singen und wild tanzen, soviel Bewegung wie Talina braucht, geht halt oft gar nicht.

    Ich kann nur sagen…durchhalten…irgendwann bekommen sie alle Verstand…und dann machen sie nicht mehr ganz so viele halsbrecherische Aktionen.

  • 2. meike  |  20 Oktober 2009 um 7:16 am

    Hmm – ich habe 3 solche Exemplare und versuche inzwischen lediglich nur noch die „Fallstellen“ irgendwie auszupolstern.

    Ist schon ein fieses Gefühl, wenn man/frau nur mal schnell um die Ecke musste und beim Wiedereintritt in den Raum ein Kind auf der Fensterbank steht!

    Wuste Die eigentlich, dass kleine Jungs Schrankschlösser/Schranksicherungen (die der fiesen, schweren Art) mit viel Geduld ganz leicht aufbekommen? Also besser als die Mama?

  • 3. Frau Kathy  |  20 Oktober 2009 um 9:15 am

    @pampashase
    ich glaube so ein exemplar wie die talina hab ich hier wohl auch. ich lass ihn ja auch möglichst schon überall hochklettern und stell mich lediglich dahinter, fallls er denn mal fällt, was natürlich durchaus auch noch vorkommt. er ist ja gerade mal ein jahr alt…
    aber er kann sich auch schon sehr gut abfangen. sagen wir in 80% der fälle vermeidet er selbst den schlimmsten schaden. 😉

    @meike
    3 davon? sie ärmste!! 😉

    und jaaaa, das wußte ich. unser exemplar ist ein fummler. er tüftelt so lange herum, bis er es irgendwie schafft. ein „zu ist halt zu“ läßt er nicht gelten. 🙄

  • 4. agichan  |  20 Oktober 2009 um 9:43 am

    Cleveres Kerlchen. Ich find das ja nur schön so 🙂 Und du machst das in meinen Augen ganz richtig – bis auf die Stelle mit den Vorwürfen. Hier fiel die Tochter einmal die Treppe herunter (ok, nur 2 Stufen, aber für so einen Minimenschen ist auch das nicht gerade wenig), obwohl ich direkt daneben stand und sogar besonders darauf geachtet habe. Trotzdem. Keine Chance. Ein Bekannter hatte es noch schlimmer. Der hatte sein Kind auf den Schultern getragen. Damals war sie noch so klein, dass sie sich noch nicht alleine auf den Schultern halten konnte und man sie an den Beinen festhalten musste. Er stand unter einer Deckenlampe, die garde in dem Augenblick (ich erinner mich nicht warum.. eventuell, weil er dagegen gelaufen ist) herunterfiel, woraufhin er reflexartig den Lampenschirm fing – und das Kind auf den Boden fiel. Der Mann war groß und das Kind fiel von Schulterhöhe auf Betonboden. Man kann sich vorstellen, dass die Vorwürfe immens waren. Es war ne ziemlich unglückliche Situation, aber „schuldig“ ist er nicht. Reflex halt. Ein Glück, dass das Kind „nur“ ne leichte Gehirnerschütterung hatte und sonst mit dem Schreck davongekommen ist.

    Du machst doch alles was möglich ist. Übst mit ihm und schützt ihn so gut du kannst. Den Rest erledigt sein Schutzengel 🙂

  • 5. sternchenjg  |  20 Oktober 2009 um 10:03 am

    Ruhig und ausgeglichen? Das kannst Du wohl abhaken. Aber es wird besser. Er wird sich und seine Bewegungen besser kontrollieren und koordinieren. Und irgendwann kommt das Verstehen. Robin ist auch eine kleine Wildsau. Und hat auch schon viele viele blaue Flecken, Schrammen, Kratzer gehabt.

    Aber gestern, ja, da kam ein Hauch von Vernunft über seine Lippen als ich sagte, er solle langsam machen! Mit einem Nicken referierte er darüber „Ja, nich so snell laufen, sonst fall ich hin!“
    Du siehst, Besserung ist möglich. Hat immerhin 2 1/2 Jahre gedauert 😉

  • 6. Frau Kathy  |  20 Oktober 2009 um 10:25 am

    @agi
    ahhh, bei der geschichte läuft´s einem ja kalt den rücken runter. manchmal kommen die dinge aber auch echt scheiße aufeinander….gut, daß die kleine nichts von diesem sturz davonträgt.
    und bezüglich der vorwürfe, ich bin froh, daß ich es abgelegt habe, mir wegen jeder beule solche vorwürfe zu machen. er soll ruhig klettern und toben und auch beulen bekommen, gehört ja irgendwie dazu. nur hoffe ich, daß sein schutzengel immer schön auf ihn acht gibt, wenn ich einmal nicht hinter ihm stehe!

    @sternchenjg
    kleine wildsau, hört sich irgendwie doch auch schön an.
    ach ja, soll er ruhig eine kleine wildsau sein. 🙂

    ich denke auch, wenn er seinen körper erst mal etwas besser unter kontrolle hat und auch nicht mehr unbedingt an wirklich alles herankommen will, dann wird´s besser. also wie du schon sagst, so in etwa 1 1/2 bis 2 jahren. 😉

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