Tag 1

20 Oktober 2009 at 10:15 pm 7 Kommentare

Denkbar schlechter hätte die Nacht vor dem ersten Tag bei der Tagesmutter gar nicht sein können.

Das Fräulein ist total erkältet und hustet was das Zeug hält, ab 23.00 Uhr brüllte sie im zehn-Minuten-Takt nach mir. Irgendwann so gegen 2.00 Uhr endlich Ruhe. Aber eigentlich muß ich nicht weiterschreiben, oder? Denn um 2.30 Uhr meldete sich Herr Tünnes zu Wort. Er zahnt und hat eine Windeldermatitis, die mir schon beim bloßen Hinschauen die Tränen in die Augen treibt. Autsch!

Um 5.00 Uhr dann für eine halbe Stunde Ruhe und dann war die Nacht auch schon vorbei.

Im Normalfall beginnt Herr Tünnes seinen Mittagsschlaf so gegen 10.30 Uhr/11.00 Uhr, länger hält er einfach noch nicht durch, und ich fragte mich bereits heute Morgen, wie der kleine Mann den Vormittag denn wohl nach solch einer Nacht und mit wundem Popo bei der Tagesmutter überstehen will und so wollte ich ihn eigentlich schon lieber zu Hause behalten, doch ein Telefonat mit der Tagesmutter stimmte mich dann doch noch um. Ich war ja da und hätte ihn sofort wieder abholen können.

Aber manchmal sollte man halt einfach nicht so viel Denken, denn sind die Kleinen erst eimal außer Haus geht´s ja bekanntlich recht gut. Er hat den ganzen Vormittag mit den anderen Kindern gespielt, war draußen und hat besser durchgehalten als er das wohl zu Hause gemacht hätte und ist mit den anderen Kindern zusammen erst nach dem Mittagessen ins Bett gegangen, und so konnte ich heute um 14.00 Uhr einen ausgeschlafenen und gutgelaunten Herrn Tünnes abholen.

Leider hat er immer noch Windeldermatitis und des Fräuleins Laune bei Erkältung ließen mich den freien Vormittag, den ich mir zum auskurieren meiner eigenen Erkältung gegönnt hatte, schnell vergessen. 😉

(Übrigens zufällig gerade bei den Vollmer´s einen interessanten und anregenden Beitrag gelesen, der mich zur Zeit natürlich sehr anspricht und an dieser Stelle ganz gut passt. Sollte man seine Kleinkinder grundsätzlich überhaupt in die Tagesbetreuung geben oder lieber zu Hause bleiben?)

Entry filed under: Alltag, erstes mal..., glücklich, Herr Tünnes, mamafrei, Mommy.

Seltsam Aha

7 Kommentare Add your own

  • 1. Rinjah  |  21 Oktober 2009 um 9:21 am

    Hm. Ich hab keine besonders gute Meinung von frühem und häufigem Abgeben.
    Was wohl an meiner eigenen Kindheit liegt, meine Mutter ging direkt nach Ablauf des Mutterschutzes wieder Arbeiten. Zwar nur eine halbe Stelle, aber leider war das im Aussendienst auch nur mit 2,5 Tagen machbar und nicht 5 mal ein halber.
    Oft hat sie mich die 90km zu meiner Oma, damals noch Kindergärtnerin, gefahren und ansonsten auch zu einer Tagesmutter.
    An die Zeit vor dem Kindergarten habe ich nur wenig Erinnerungen, aber alle die ich habe spielen bei der Tagesmutter und ich empfinde sie nicht unbedingt als positiv.
    Mit 3 Jahren kam dann der Ganztagskindergarten und später für die Nachmittage nach der Schule eine neue Tagesmutter.

    Ich bin auchnoch Einzelkind und habe mich ziemlich oft alleine gefühlt. Für mich kommt es deshalb nicht in Frage es genauso zu machen.
    Es kommt natürlich auf das richtige Maß an, aber wenn ich heute zurückdenke kann ich mir kaum erklären das meine Mutter halbtags gearbeitet hat bis ich etwa 12 war. Auch wenn sie Zuhause war saß sie oft an ihrem Schreibtisch, weil noch was erledigt werden musste.

  • 2. Frau Kathy  |  21 Oktober 2009 um 10:22 am

    vielen dank für dein kommentar!
    ich empfinde es auch so, es muß alles das richtige maß haben. bestenfalls läuft es so, daß ein kind gar nicht merkt, daß es seine eltern vermisst, da es einfach spaß an der abwechslung hat.

    direkt nach dem mutterschutz arbeiten zu gehen, wäre für mich auch absolut nicht in frage gekommen. in dem alter braucht jedes kind seine mutter bedingungslos. aber dann finde ich kommt es auch auf die entwicklung des kindes an. lutz ist schon früh sehr selbstständig gewesen, er geht seit monaten auf entdeckungstour will alles ansehen und erobern. für ihn ist es eine tolle sache zur tagesmutter zu gehen, die ich im übrigen mehrmals im umgang mit den kindern begleitet habe, und im übrigen sind seine möglichkeiten hier auch begrenzt.

    es ist auch kein „mal eben“ abgeben dort. ich verweile beim bringen und auch beim abholen. es ist dort eine familiäre atmosphäre, da sie selbt auch kinder hat, die morgens und mittags mit den betreuungskindern essen.

    das du an die zeit bei der tagesmutter so schlechte erinnerungen hattest tut mir sehr leid, aber so wie es sich für mich anhört, hat die arbeit für deine mutter einen wesentlich höheren stellenwert als er das für mich hat. ich gehe zwar auch in erster linie wieder arbeiten, weil ich es einfach wieder möchte, aber meine kinder werden mir immer wichtiger sein und auch niemals in eine ganztagsbetreuung gehen. ihr lebensmittelpunkt soll eindeutig ihr zu hause sein und da lege ich großen wert drauf.
    ich werde deine erfahrung einfach für mich im hinterkopf behalten, denn sie wird mich daran erinnern immer auf die signale meiner kinder zu achten und gegebenenfalls einzulenken. danke dir dafür!

  • 3. Miri  |  21 Oktober 2009 um 11:28 am

    Ich bin im Betreuungssystem der DDR aufgewachsen, und da war es ganz normal, dass das Kind mit einem Jahr in die Krippe kam, und die Mütter wieder arbeiten gingen.
    Wir haben diese Situation schon mal ausführlich in einem Seminar im Studium besprochen. Fest steht, es gibt kein richtig und kein falsch. Aber klar ist, dass das Betreungssystem in der DDR viele gute Seiten und Einrichtungen hatte (von der ideologellen Erziehungs mal abgesehen), von denen vieles heute auch in Finnland und Schweden zu finden ist. Leider ist hier in Deutschland mit der Wende vieles versackt, in Sachsen gibt es einzeln noch gute Krippenangebote, die besonders auch für Mütter geeignet sind, die im Schichtdienst arbeiten müssen.
    Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Ich ging selbst in die Kindergrippe mit einem Jahr und später in einen katholischen Kindergarten (meine Eltern entschieden sich bewusst für diese Einrichtung). Ich habe keinerlei „Schäden“ davon gertragen oder schlechte Erinnerungen. 😉 Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist nicht so eng, wie man sich das vielleicht wünschen würde, aber ob das jetzt an der frühen Trennung liegt oder einfach daran, dass wir uns in der Pupertät auseinander entwickelt haben (meine Mutter ist ganz anders als ich, da gabs oft verhärtete Fronten), kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Fakt ist, ich habe mich niemals einsam oder allein gefühlt. Ich habe bereits früh gelernt, mich in einer Gruppe zurecht zu finden und wurde eben schon früh zur Selbstständigkeit erzogen. Allein in den Kindergarten gehen musste ich aber nie, auch gab es Tage, da holte mich meine Mutter oder die Oma bereits nach dem Mittag ab (das war immer ein Highlight). Ich habe viele schöne Erinnerungen an meine Kindheit… auch an eine Mutter, die nachmittags mit uns gebastelt und „Buden gebaut“ hat. Ich habe aber auch immer viel mit meiner Schwester gespielt und mit Nachbarskindern… es ging mir einfach gut.

    Ich denke, letztendlich muss es jede Mutter einfach selbst entscheiden, wann und wie lange sie ihre Kinder abgibt. Die Pädagogik sagt, wenn ein Kind unter Trennungsängsten leidet oder fremdelt, ist es sicher kein guter Zeitpunkt. Dennoch ist auch erwiesen, dass der frühe soziale Umgang mit anderen Kindern sich positiv auf die Entwicklung des Kindes auswirkt. Und interessanterweise kenne ich einige bekannte Kinder, die früher bereits stundenweise zur Tagesmutter gingen und sich dann im Alter von 3 Jahren leicht und ohne größere Probleme in den Kindergarten integrierten. Während ich auch solche kenne, die bis 3 ausschließlich zu hause waren und dann beim Kindergarteneintritt große Trennungs- und Anpassungsschwierigkeiten hatten.
    Ich finde deinen Weg einen guten Weg, denn auch ich könnte mir (noch) nicht wirklich vorstellen länger als ein Jahr zu hause zu sein, wenn ich mal Kinder habe. Dafür würde mir glaube ich einfach die geistige Auslastung und Ablenkung fehlen. 😉 Und so lange es deinen Kindern mit diesem Modell gut geht, bzw. du im Bedarfsfall flexibel davon abweichen kannst, dann weißt du, dass du nichts falsch gemacht hast. 🙂

  • 4. Rinjah  |  21 Oktober 2009 um 3:38 pm

    Ich mochte meine tagesmutter damals auch sehr gerne, habe sie wohl auch Lucymami genannt und neben ihren eigenen hatte sie etwa 3 Kinder über Tag da.
    Sie war übrigens zu meinem 18. Geburtstag eingeladen, allersdings hatte ich da so garkeine Bindung mehr zu ihr, ich hätte sie nie im Leben erkannt.
    Die Tochter der Tagesmutter zu Schulzeiten hingegen mochte ich nicht so wirklich, musste mich aber eben mit ihr arrangieren.
    Nunja, wirklich schlecht sind meine Erinnerungen nicht an meine Kindheit. Nur recht einsam.
    Meine Eltern basteln beide nicht gern, sie spielen nicht gern. Meine Mutter sagte vor kurzem selbst das das die Oma ersetzt hat.
    (Die hingegen hat gepuzzelt, gebastelt, Knete selbst gekocht usw..)
    Es ging damals aber wohl einfach nicht anders. Ich denke meine Mutter liebt mich sehr und ich bin ihr auf jeden Fall wichtiger als der Job. Aber ich würde es ihr nicht gleichtun.

  • 5. agichan  |  21 Oktober 2009 um 7:53 pm

    Ich fand Frau Kaanus Beitrag (in dem andren Blog) da ziemlich gelungen. Und den Beitrag an sich unglaublich daneben, weil er eben sagt „so isses richtig und so falsch“ und das ist schlicht Quatsch. Es kommt IMMER auf das Kind an. Manche können gut damit, andre nicht. Bei einem kleinen Baby, das sich noch gar nicht ausdrücken kann.. da muss ich sagen, könnte ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren es in Fremdbetreuung zu geben, einfach weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ein so junger Säugling glücklich sein kann, wenn die Mutter nicht da ist. Aber ab nem gewissen Alter? Wenn das Kind neugierig ist und sich sowieso schon von sich aus stückchenweise von Mutti löst? Wenn das Kind sichtlich gerne in die KiTa geht und eindeutig glücklich ist? Was soll daran falsch sein!?

  • 6. agichan  |  21 Oktober 2009 um 7:55 pm

    Edit: Jetzt war ich zu schnell mit dem Abschicken. Hmpf.

    Es freut mich aber, dass Tünnes scheinbar super mit allem klargekommen ist. 🙂 Toll! Es ist so wichtig für alle Beteiligten, dass er sich wohl fühlt…
    Und dem Ida-Fräulein beste Genesungswünsche. Arme Maus. Ist aber auch nervig son Husten, der einen nicht schlafen lässt. Grmbl.

  • 7. Micha  |  22 Oktober 2009 um 10:41 pm

    Kathy, ich möchte weder irgendwelche heißen Diskussionen hier auf Deinen Blog verlagern, noch möchte ich hier unnötig provozieren. Ich muss aber einfach mal etwas loswerden, weil Du es hier selbst auch angeschnitten hast. Du bist eine der wenigen, die bei uns „in dem andren Blog“ verstanden hat, welche Frage ich mit meinem Beitrag ganz grundsätzlich aufwerfen wollte. Ich will niemandem meine Meinung aufzwängen und ich will auch niemanden verurteilen. Ich will zum Nachdenken anregen, ob alles, was gerade „in“ ist auch richtig ist. Nur weil Kinder etwas gern tun, ist es noch lange nicht der beste Weg. Kinder wachen auch mitten in der Nacht auf und brüllen oder wollen spielen und toben. Ist das deshalb „in Ordnung“? Wenn Du also von einem „interessanten und anregenden“ Beitrag schreibst, dann begegnest Du dieser Diskussion offen und mit Respekt. Das ehrt mich sehr und das rechne ich Dir hoch an. Vielen Dank dafür! 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Kontakt

kleinemonster [at] gmx [punkt] de

Sonst So

Frau Rieke Banner
sturmkind
revoluzzza_logo
ines
hatbanner_157x40

Kalender

Oktober 2009
M D M D F S S
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Neugierige

  • 359.657 hits

suchen nach

"jede mutter erzieht kleine monster"

gerade hier

website counter

Visitor Locations

langweilig? fütter mich!

[clearspring_widget title="Tree Frog" wid="48ce94b12e84ff66" pid="494629567e4e73d8" width="190" height="196" domain="widgets.clearspring.com"]

%d Bloggern gefällt das: