Archive for 16 Dezember 2009

Weihnachtsfest

Heute war die Weihnachtsfeier von des Fräuleins Kindergarten.

Geschwisterkinder sollten, wenn es irgendwie geht, eben nicht mit dabei sein da dieser Nachmittag ausschließlich für die Kindergartenkinder gedacht sein sollte.

In solchen Fällen springt die Oma immer gerne ein, aber leider hatte sie ausgerechnet heute keine Zeit und so mußte ich Herrn Tünnes, der natürlich auch ausgerechnet heute nur eine Stunde Mittagsschlaf gemacht hatte und letzte Nacht zahnungs- und fieberbedingt auch nur wenig geschlafen hatte halt auch mitnehmen.

Das Theater war schon vorprogrammiert, aber das es so schlimm werden würde hatte ich nicht gedacht.

Die Kinder hatten als Überraschung für die Eltern ein Theaterstück eingeübt und das Fräulein Ida war mit einigen anderen Kindern eine Schneeflocke, die zur Musik mal langsam und sacht zur Erde fiel oder auch mal schnell und stürmisch durch die Luft gewirbelt wurde. Sie war so wunderhübsch in ihrem Kleidchen und mit dem gebastelten Schneekranz im Haar und sie hatte so viel Spaß und machte ihre Sache einfach nur toll. Ich war so traurig, daß ich eigentlich permanent damit beschäftigt war Herrn Tünnes vom demontieren der Weihnachtskrippe und deren Bewohnern abhalten mußte.

Nach dem Theaterstück, was auch noch ziemlich lange dauerte, konnten alle Kinder mit den Eltern an verschiedenen Tischen etwas basteln oder zusammen Plätzchen backen. Herr Tünnes war zu dem Zeitpunkt eigentlich schon mehr als bedient und ich wäre am liebsten gegangen, aber das Fräulein zog mich begeistert zu einem Tisch, auf dem man Steine mit Weihnachtsservietten bekleistern konnte.

Mit Herrn Tünnes auf dem Arm schaffte ich es irgendwie schweißgebadet mit ihr einen Stein mit einem Rentier zu bekleistern. Einige Zeit später hab ich es (natürlich wieder mit Tünnes unterm Arm) noch einmal kurz geschafft ein paar Mandelsplitter auf ihr Plätzchenmännchen zu drücken, und die restliche Zeit hab ich sie nur selten gesehen. Aber wenn, war sie sooo lieb und hat sich die ganze Zeit allein mit anderen Dingen beschäftigt.

Ich hatte ein dermaßen schlechtes Gewissen ihr gegenüber, daß ich mir jetzt noch auf die Lippen beißen muß, weil ich einfach so gerne nur für sie dagewesen wäre. Ich habe deutlich gespürt, wie wichtig es für sie und uns gewesen wäre.

Das sind dann immer die Situationen in denen ich mich wirklich frage wie andere das immer machen, ohne eins ihrer Kinder an den Stuhl zu ketten und mit einem Socken zu knebeln.

16 Dezember 2009 at 10:33 pm 5 Kommentare

Vornamen

Unser Herr Tünnes steht heute in der Zeitung.

Naja, nicht so direkt, aber trotzdem ist er wohl gemeint, denn in ganz Deutschland wurde in 2008 kein anderer Lutz geboren.

Genauso einzigartig hatte ich mir das damals vorgestellt mit seinem Namen. 😉

16 Dezember 2009 at 11:37 am 20 Kommentare


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