Weihnachtsfest

16 Dezember 2009 at 10:33 pm 5 Kommentare

Heute war die Weihnachtsfeier von des Fräuleins Kindergarten.

Geschwisterkinder sollten, wenn es irgendwie geht, eben nicht mit dabei sein da dieser Nachmittag ausschließlich für die Kindergartenkinder gedacht sein sollte.

In solchen Fällen springt die Oma immer gerne ein, aber leider hatte sie ausgerechnet heute keine Zeit und so mußte ich Herrn Tünnes, der natürlich auch ausgerechnet heute nur eine Stunde Mittagsschlaf gemacht hatte und letzte Nacht zahnungs- und fieberbedingt auch nur wenig geschlafen hatte halt auch mitnehmen.

Das Theater war schon vorprogrammiert, aber das es so schlimm werden würde hatte ich nicht gedacht.

Die Kinder hatten als Überraschung für die Eltern ein Theaterstück eingeübt und das Fräulein Ida war mit einigen anderen Kindern eine Schneeflocke, die zur Musik mal langsam und sacht zur Erde fiel oder auch mal schnell und stürmisch durch die Luft gewirbelt wurde. Sie war so wunderhübsch in ihrem Kleidchen und mit dem gebastelten Schneekranz im Haar und sie hatte so viel Spaß und machte ihre Sache einfach nur toll. Ich war so traurig, daß ich eigentlich permanent damit beschäftigt war Herrn Tünnes vom demontieren der Weihnachtskrippe und deren Bewohnern abhalten mußte.

Nach dem Theaterstück, was auch noch ziemlich lange dauerte, konnten alle Kinder mit den Eltern an verschiedenen Tischen etwas basteln oder zusammen Plätzchen backen. Herr Tünnes war zu dem Zeitpunkt eigentlich schon mehr als bedient und ich wäre am liebsten gegangen, aber das Fräulein zog mich begeistert zu einem Tisch, auf dem man Steine mit Weihnachtsservietten bekleistern konnte.

Mit Herrn Tünnes auf dem Arm schaffte ich es irgendwie schweißgebadet mit ihr einen Stein mit einem Rentier zu bekleistern. Einige Zeit später hab ich es (natürlich wieder mit Tünnes unterm Arm) noch einmal kurz geschafft ein paar Mandelsplitter auf ihr Plätzchenmännchen zu drücken, und die restliche Zeit hab ich sie nur selten gesehen. Aber wenn, war sie sooo lieb und hat sich die ganze Zeit allein mit anderen Dingen beschäftigt.

Ich hatte ein dermaßen schlechtes Gewissen ihr gegenüber, daß ich mir jetzt noch auf die Lippen beißen muß, weil ich einfach so gerne nur für sie dagewesen wäre. Ich habe deutlich gespürt, wie wichtig es für sie und uns gewesen wäre.

Das sind dann immer die Situationen in denen ich mich wirklich frage wie andere das immer machen, ohne eins ihrer Kinder an den Stuhl zu ketten und mit einem Socken zu knebeln.

Entry filed under: Alltag, Fräulein Ida, Herr Tünnes, Mommy, nervig, traurig.

Vornamen Adventskalender

5 Kommentare Add your own

  • 1. kaanu  |  16 Dezember 2009 um 11:43 pm

    Nimms nicht so schwer. Genauso erging es mir bei der Weihnachtsaufführung der Schule unseres Großen – ich hab 60% der Zeit vor der Tür mit unserem Kleinen verbracht, weil der einfach nicht ruhig halten wollte.

    Geschwisterkinder haben es in solchen Situationen schwerer, aber trotzdem bleiben Geschwister unersetzbar. 😉

    Liebe Grüße!

  • 2. kittynn  |  17 Dezember 2009 um 12:33 am

    Vielleicht kannst du es ja ein wenig wieder gutmachen (oder dein schlechtes Gewissen beruhigen) wenn ihr zwei bald mal etwas Besonderes zusammen macht – nur ihr beide!

  • 3. feuervogel  |  17 Dezember 2009 um 1:12 am

    Hast du ihr denn gesagt, dass du gern mehr Zeit für sie gehabt hättest? Ich bin ja auch so eine große Schwester, die immer vernünftig sein musste – dem Kleinen zuliebe. Ich glaube, mir hätte es unendlich viel bedeutet zu merken, dass meine Mutter wahrnimmt, dass ich auch mal wichtig bin. LG ;o)

  • 4. Frau Kathy  |  17 Dezember 2009 um 12:24 pm

    @kaanu
    ich glaube grundsätzlich weiß sie das auch, sie würd ihn auch für nichts in der welt missen wollen, aber manchmal muß sie schon arg zurückstecken. zumindest momentan.

    @kittynn
    ja, ich glaube der nächste „lutzfreie“ nachmittag ist fällig. 😉

    @feuervogel
    ja, ich hab ihr gesagt, daß ich fand, daß sie sooo toll mitgemacht hat und das ich gerne mehr zeit gehabt hätte, um mit ihr zu basteln. sie war auch glaube ich nicht ganz so geknickt wie ich, aber man kann sich halt eben nicht zerreißen.

  • 5. Garfieldine  |  18 Dezember 2009 um 11:08 am

    Ach, mein Herz fühlt mit dir.

    Das sind wohl die Momente in denen auch die Eltern verzichten müssen, wenn sie kein Einzelkind haben.

    Aber ich sehe es auch so, Geschwister sind ansich durch nichts zu ersetzen. (Sage ich als Einzelkind)

    Und ein „lutzfreier“ Nachmittag gleicht das bestimmt aus.

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